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Frist 30. September: Abschluss des jährlichen CRS-Finanzdatenabgleichs zwischen der Ukraine und Deutschland

Inhalt der Nachricht

    Bis zum 30. September schließen die Steuerbehörden der Ukraine und Deutschlands den jährlichen Zyklus des automatischen Datenaustauschs über Finanzkonten (CRS MCAA) ab. Übermittelte Daten, Steueransässigkeit und Erklärungspflichten.

    Bis zum 30. September 2026 schließen der Staatliche Steuerdienst der Ukraine (DPS) und das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) die jährliche Runde des automatischen Austauschs von Informationen über Finanzkonten nach dem Gemeinsamen Meldestandard (Common Reporting Standard — CRS) ab.

    Das Verfahren erfolgt auf Grundlage der Mehrseitigen Vereinbarung der zuständigen Behörden (CRS MCAA), des ukrainischen Gesetzes Nr. 2970-IX sowie des deutschen Finanzkonten-Informationsaustauschgesetzes (FKaustG). In diesem Rahmen übermitteln Finanzinstitute aggregierte Berichte über das vorangegangene Kalenderjahr, was die Transparenz grenzüberschreitender Bankguthaben für die Finanzbehörden beider Länder sicherstellt.

    Das Wichtigste in Kürze
    • Zentraler Stichtag: 30. September 2026 — Frist für die Übermittlung aggregierter Bankdatensätze zwischen den Steuerverwaltungen der teilnehmenden Staaten.
    • Übermittelte Daten: Name des Kontoinhabers, Anschrift, Geburtsdatum, Steueridentifikationsnummer (Steuer-ID / TIN), Kontonummer (IBAN), Kontostand zum 31. Dezember des Berichtsjahres und Bruttoerträge aus Kapitalvermögen (Zinsen, Dividenden).
    • Steuergeheimnis: Daten gelangen ausschließlich an die zuständigen Finanzbehörden (Finanzamt / DPS) unter dem Schutz des Steuergeheimnisses (§ 30 AO) und werden nicht automatisiert an Sozialbehörden weitergeleitet.
    • Pflichten zur Deklaration: Notwendigkeit der Angabe von Auslandseinkünften in Deutschland sowie Beachtung der Freibeträge für Schonvermögen (§ 12 SGB II) beim Bezug von Bürgergeld.

    Wer vom Informationsaustausch betroffen ist und wer nicht

    Der automatische Datenaustausch basiert auf festen Kriterien der steuerlichen Ansässigkeit und Kontoparametern:

    • Wer betroffen ist: Personen, die in Deutschland steueransässig sind (Wohnsitz, gewöhnlicher Aufenthalt von mehr als 183 Tagen im Jahr oder Mittelpunkt der Lebensinteressen in Deutschland) und aktive Konten oder Geldanlagen bei ukrainischen Banken führen, sowie ukrainische Steueransässige mit Vermögenswerten bei deutschen Finanzinstituten.
    • Wer nicht betroffen ist: Inhaber von Konten, die vor Beginn des Berichtszeitraums aufgelöst wurden, sowie Personen, deren steuerliche Ansässigkeit ausschließlich im Staat des kontoführenden Instituts liegt.
    Wenn Sie Bürgergeld beziehen (Jobcenter)

    Leistungsberechtigte nach dem SGB II unterliegen den Mitteilungspflichten nach § 60 des Ersten Buches Sozialgesetzbuch (§ 60 SGB I) und müssen Einkommen und Vermögen vollständig offenlegen. Das deutsche Sozialrecht schützt ein angemessenes Schonvermögen (§ 12 SGB II):

    • Während des ersten Jahres des Leistungsbezugs (Karenzzeit): bis zu 40.000 Euro für die antragstellende Person zuzüglich 15.000 Euro für jede weitere Person in der Bedarfsgemeinschaft.
    • Nach Ablauf der Karenzzeit: reguläres Schonvermögen von 15.000 Euro je Mitglied der Bedarfsgemeinschaft.

    Das bloße Führen eines Auslandskontos stellt keinen Verstoß dar. Rückfragen entstehen dann, wenn das Guthaben die maßgeblichen Freibeträge des Schonvermögens übersteigt oder wenn auf dem Konto regelmäßige, nicht deklarierte Einnahmen eingehen (z. B. aus Fernarbeit oder Vermietung).

    Wenn Sie in Deutschland erwerbstätig sind

    Wer in Deutschland lebt und arbeitet, unterliegt in der Regel der unbeschränkten Steuerpflicht (unbeschränkte Steuerpflicht) mit dem Welteinkommensprinzip (Welteinkommen). Erträge aus ausländischen Spareinlagen oder Wertpapiergewinne müssen in der jährlichen Einkommensteuererklärung angegeben werden.


    Struktur der übermittelten Daten: Was die Behörden einsehen

    Der CRS-Austausch folgt den Vorgaben der OECD. Banken übermitteln keine detaillierten Einzeltransaktionen oder Einkaufsbelege, sondern erstellen einen steuerlichen Kontoauszug zum Stichtag:

    DatenparameterÜbermittlung im CRSRechtsgrundlage
    Identität des KontoinhabersJa (Name, Adresse, Geburtsdatum, Steuer-ID / TIN)§ 8 FKaustG / CRS MCAA
    KontoverbindungJa (IBAN, Name des Kreditinstituts)§ 8 FKaustG / CRS MCAA
    JahresendsaldoJa (Kontostand zum 31. Dezember)§ 8 FKaustG / CRS MCAA
    KapitalerträgeJa (Zinsen, Dividenden, Veräußerungsgewinne)§ 8 FKaustG / CRS MCAA
    Einzelne Transaktionen/UmsätzeNein (Detaillierte Kontoauszüge werden nicht übertragen)OECD-Meldestandard

    * Gemäß den Vorgaben des OECD Common Reporting Standard und § 8 FKaustG. Kreditinstitute melden den Finanzsaldo zum 31. Dezember des Berichtsjahres und Bruttoerträge; detaillierte Transaktionslisten und Buchungstexte werden im CRS nicht übermittelt.

    Weitere Hinweise zur deutschen Finanz- und Steuerpraxis finden Sie in den Nodia-Leitfäden: Bankkonto in Deutschland eröffnen und Steuer-ID in Deutschland.


    Datenverarbeitung und Behördenkommunikation

    Die beim BZSt eingehenden Daten unterliegen dem Steuergeheimnis (§ 30 AO). Die behördliche Weiterverarbeitung verläuft über geregelte Dienstwege:

    1. Prüfung im BZSt: Das Bundeszentralamt für Steuern gleicht die eingegangenen Datensätze mit den inländischen Steueridentifikationsnummern (Steuer-ID) ab.
    2. Weiterleitung an das Finanzamt: Die Daten werden an das für den Wohnsitz zuständige Finanzamt übermittelt, um sie mit den eingereichten Steuererklärungen abzugleichen.
    3. Behördenabgleich: Sozialleistungsträger (Jobcenter / Sozialamt) verfügen über keinen direkten automatisierten Zugriff auf die CRS-Datenbanken. Im Rahmen gesetzlicher Datenabgleiche (§ 52 SGB II) oder bei konkreten Unstimmigkeiten können Sozialbehörden jedoch Nachweise und Kontoauszüge von Leistungsbeziehern anfordern.
    Praktischer Hinweis zur Erklärung

    Bei vorhandenem Guthaben auf Auslandskonten ist auf die Einhaltung der gesetzlichen Schonvermögensgrenzen zu achten und dieses im Vermögensfragebogen (Anlage VM) wahrheitsgemäß anzugeben. Dies gewährleistet Rechtssicherheit und verhindert spätere Rückforderungen (Rückforderung).


    Informationsquellen

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