Migrationsberatungsstellen (MBE): Kontakte und Beratung nach Städten

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    Behördliche Vorgänge, behördliche Korrespondenz und Integrationsanforderungen in Deutschland stellen Neuzugewanderte oft vor erhebliche Herausforderungen. Das deutsche Hilfesystem bietet jedoch ein flächendeckendes, staatlich finanziertes Beratungsnetzwerk.

    Express-Guide: Wenn Sie 2 Minuten Zeit haben
    • Szenario „Schnelle Online-Frage per Smartphone“: Nutzen Sie die offizielle App und chatten Sie mit Beraterinnen und Beratern in Ihrer Muttersprache. → mbeon App
    • Szenario „Beratungsstelle vor Ort suchen“: Nutzen Sie die bundesweite Suchkarte nach Postleitzahl. → BAMF-NAvI Suche
    • Szenario „Jugendliche und junge Erwachsene (12 bis 27 Jahre)“: Wenden Sie sich an die Jugendmigrationsdienste für Schul- und Ausbildungshilfe. → Jugendhilfe (JMD)
    • Szenario „Termin in Großstädten“: Finden Sie erprobte Anlaufstellen in Berlin, München, Hamburg, Köln und Frankfurt. → Städtekontakte
    • Wichtigster Warnhinweis: MBE-Berater treffen keine behördlichen Entscheidungen und übernehmen keine gerichtliche Vertretung, sondern unterstützen bei Rechten und Formularen. → Aufgaben der MBE

    Was ist die MBE und auf welcher Rechtsgrundlage arbeitet sie?

    Die Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE) ist ein bundesweites Förderprogramm für Zugewanderte ab dem 27. Lebensjahr.

    Das Programm wird aus Mitteln des Bundesministeriums des Innern (BMI) finanziert und vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gemäß den gesetzlichen Vorgaben zur Integrationsförderung gesteuert (§ 45 AufenthG).

    Die Beratung wird von den Spitzenverbänden der freien Wohlfahrtspflege durchgeführt: Caritas, Diakonie, AWO (Arbeiterwohlfahrt), DRK (Deutsches Rotes Kreuz), Der Paritätische und der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST).

    Kostenfrei und vertraulich

    Die Beratung ist zu 100 % öffentlich gefördert und für Ratsuchende kostenlos. Die Fachkräfte unterliegen strengen Datenschutzbestimmungen und geben keine Daten ohne Ihr ausdrückliches Einverständnis an Behörden weiter.


    Bei welchen Anliegen unterstützt die MBE?

    Die MBE unterstützt bei praktischen Orientierungsfragen des Alltags:

    1. Behördenbriefe verstehen: Erklärung von Bescheiden und Anforderungen von Jobcenter, Agentur für Arbeit, Familienkasse oder Krankenkasse.
    2. Sprach- und Integrationskurse (Integrationskurs): Vermittlung an Kursträger und Unterstützung beim Antrag auf Kostenbefreiung (Kostenbefreiung).
    3. Anerkennung ausländischer Abschlüsse (Anerkennung): Erste Orientierung zur Bewertung von Schul-, Berufs- und Hochschulabschlüssen.
    4. Kinder und Familie: Beantragung von Kindergeld, Kinderzuschlag, Kitaplatzsuche und Schulanmeldung.
    5. Krankenversicherung und Wohnen: Erläuterung des gesetzlichen Krankenversicherungssystems und allgemeine Grundlagen des Mietrechts.

    Was die MBE leistet – und was nicht

    Für eine zielgerichtete Zusammenarbeit ist die Kenntnis der Zuständigkeiten wichtig:

    AnliegenZuständigkeit MBEErläuterung
    Formulare ausfüllenJaDie Fachkraft geht das Formular durch und hilft beim korrekten Ausfüllen.
    Telefonate mit BehördenJaBei Sprachbarrieren können Berater Sachverhalte mit Sachbearbeitern vorklären.
    Klagen vor Gericht verfassenNeinDie MBE ersetzt keine Anwaltschaft (§ 1 BerHG). Hierfür ist ein Beratungshilfeschein nötig.
    Wohnungs- oder ArbeitsvermittlungNeinBerater sind weder Makler noch Personalvermittler, geben aber Orientierungshilfe zu Portalen und Bewerbungen (Lebenslauf).
    Aufenthaltsrechtliche EntscheidungenNeinDie MBE ist ein freier Träger, keine Ausländerbehörde.

    Jugendmigrationsdienste: JMD (von 12 bis 27 Jahren)

    Für junge Menschen zwischen 12 und 27 Jahren sind die Jugendmigrationsdienste (JMD) zuständig.

    Der JMD konzentriert sich auf den Bildungs- und Berufsweg:

    • Orientierung im Schulsystem (Gymnasium, Realschule, Gesamtschule);
    • Vorbereitung auf Ausbildung und Berufswahl (Duale Ausbildung);
    • Zugang zu Hochschule und Studienkolleg;
    • Individuelle Begleitung (Case Management) und sozialpädagogische Unterstützung.

    Digitale Beratung: Die App mbeon

    Für Personen, die keine Beratungsstelle vor Ort aufsuchen können, steht die behördlich geförderte App mbeon (mbeon.de) bereit.

    Vorteile des digitalen Angebots mbeon
    • Direkter Chat mit qualifizierten MBE-Fachkräften: Die Beratung erfolgt durch geschulte Mitarbeiter der Wohlfahrtsverbände.
    • Mehrsprachigkeit: Ratsuchende können Berater auswählen, die Ukrainisch, Russisch, Englisch oder Deutsch sprechen.
    • Dokumentenübermittlung: Schriftstücke können fotografiert und sicher verschlüsselt zur Prüfung übermittelt werden.
    • Schnelle Reaktionszeit: Antworten erfolgen in der Regel innerhalb von 24 bis 48 Stunden ohne Wartezeit auf Vor-Ort-Termine.

    Kostenfrei erhältlich im App Store und bei Google Play.


    Beratungsstellen finden über BAMF-NAvI

    So finden Sie eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe:

    1. Rufen Sie das Geoportal BAMF-NAvI auf.
    2. Geben Sie Ihre Postleitzahl (PLZ) oder Ihren Wohnort ein.
    3. Wählen Sie unter den Filtern Migrationsberatung (MBE) oder Jugendmigrationsdienste (JMD) aus.
    4. Das Portal zeigt Adressen, Öffnungszeiten und Kontaktdaten für Terminvereinbarungen an.

    Geprüfte Kontakte in Großstädten

    Hinweis: Beratungen finden überwiegend nach vorheriger Terminvereinbarung (Termin) statt.

    Berlin

    OrganisationAdresseTelefonBesonderheiten
    AWO BegegnungszentrumAdalbertstraße 23a, 10997 Berlin030 69 53 56 11Voranmeldung telefonisch oder per E-Mail.
    DRK Landesverband BerlinBundesallee 73, 12161 Berlin030 600 300 1231Mehrsprachiges Team.
    Caritas BerlinGroße Hamburger Str. 18, 10115 Berlin030 666 33 0Breites Netz an Stadtteilberatungsstellen.

    München

    OrganisationAdresseTelefonBesonderheiten
    AWO MünchenGoethestraße 53, 80336 München089 544 247 15Zentrale Lage, telefonische Terminvergabe.
    Caritas MünchenLämmerstraße 3, 80335 München089 551 690Umfassende Hilfe für Familien und Alleinstehende.
    Innere Mission München (Diakonie)Landwehrstraße 15, 80336 München089 512 430Beratung zu Kursen und Leistungsansprüchen.

    Hamburg

    OrganisationAdresseTelefonBesonderheiten
    Caritas HamburgDanziger Straße 66, 20099 Hamburg040 280 140 202Mehrsprachige Beratung, Lotsendienste.
    Diakonie HamburgKönigstraße 54, 22767 Hamburg040 306 200Unterstützung bei Zeugnisanerkennung.

    Köln

    OrganisationAdresseTelefonBesonderheiten
    AWO Mittelrhein / KölnRubensstraße 7–13, 50676 Köln0221 579 980Sozialberatung und Sprachkursbegleitung.
    Caritasverband KölnBartholomew-Schink-Str. 6, 50825 Köln0221 955 700Angebote für Eltern und Einzelpersonen.

    Frankfurt am Main

    OrganisationAdresseTelefonBesonderheiten
    Diakonisches Werk FrankfurtKurt-Schumacher-Str. 31, 60311 Frankfurt069 247 5149 0Innenstadtlage, Begleitung bei Behördenfragen.
    Caritas FrankfurtAlte Mainzer Gasse 10, 60311 Frankfurt069 298 20Ganzheitliche Migrationsberatung.

    Checkliste: Vorbereitung auf den Beratungstermin

    Für ein erfolgreiches Beratungsgespräch:

    • Termin vereinbaren (Termin vereinbaren): Offene Sprechstunden ohne Termin führen oft zu längeren Wartezeiten.
    • Unterlagen zusammenstellen: Reisepass, elektronischer Aufenthaltstitel (Aufenthaltstitel) oder Fiktionsbescheinigung (Fiktionsbescheinigung), Meldebestätigung (Meldebescheinigung).
    • Schreiben im Original mitbringen: Umschläge nicht wegwerfen, da der Poststempel Fristen belegt.
    • Fragen notieren: Konkrete Punkte vorab stichpunktartig aufschreiben.
    • Sprachunterstützung: Bei geringen Deutschkenntnissen vorab klären, ob Sprachmittlung möglich ist oder eine Begleitperson mitgebracht werden kann.

    Offizielle Beratungsstellen

    Rechtlicher Status dieses Materials (Rechtsberatung)

    Die Inhalte von Nodia dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine Rechtsberatung im Sinne des Rechtsdienstleistungsgesetzes (RDG) dar. Gesetze und Verwaltungspraxis können sich ändern. Wenden Sie sich in konkreten Streitfällen an zugelassene Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte oder an die anerkannten Beratungsstellen:

    • BAMF-NAvI: Geoportal des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge zu MBE-Stellen und Integrationskursen (bamf-navi.bamf.de).
    • mbeon App: Bundesweites digitales Chat-Angebot der Wohlfahrtsverbände (mbeon.de).
    • Jugendmigrationsdienste (JMD): Beratung für Jugendliche und junge Erwachsene von 12 bis 27 Jahren (jugendmigrationsdienste.de).
    • Zuständiges Amtsgericht: Ausstellung von Beratungshilfescheinen für anwaltliche Vertretung.

    Informationsquellen