Im Jahr 2025 lag die Bruttosparquote privater Haushalte in Deutschland bei 18,9 Prozent des verfügbaren Einkommens und übertraf damit deutlich den Durchschnitt der Europäischen Union von 14,3 Prozent. Dies teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am 27. Oktober 2026 anlässlich des Weltspartags am 30. und 31. Oktober mit.
- Im Jahr 2025 sowie im ersten Halbjahr 2026 sparten private Haushalte in Deutschland durchschnittlich 18,9 Prozent ihres verfügbaren Einkommens.
- Deutschland lag bei der Sparquote vor Frankreich (17,8 Prozent), den Niederlanden (17,4 Prozent), Österreich (15,7 Prozent), Italien (10,8 Prozent) und den Vereinigten Staaten (10,7 Prozent), jedoch hinter der Schweiz (27,4 Prozent).
- Im zehnjährigen Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2025 betrug die Bruttosparquote in Deutschland 19,1 Prozent.
Vergleich mit europäischen Staaten und den USA
Nach Angaben von Destatis auf Basis von Daten von Eurostat, der OECD und nationalen statistischen Ämtern fällt die Sparneigung in Deutschland traditionell höher aus als in den meisten vergleichbaren Industriestaaten. Für das Jahr 2025 ergab sich folgendes Bild:
| Staat | Bruttosparquote (2025) | Durchschnitt 2016–2025 |
|---|---|---|
| Schweiz | 27,4 % | 24,5 % |
| Deutschland | 18,9 % | 19,1 % |
| Frankreich | 17,8 % | 16,6 % |
| Niederlande | 17,4 % | 16,3 % |
| Österreich | 15,7 % | 15,3 % |
| Italien | 10,8 % | 12,1 % |
| Vereinigte Staaten | 10,7 % | 13,0 % |
| EU-Durchschnitt | 14,3 % | — |
Den deutlich höheren Wert der Schweiz (27,4 Prozent) führt das Bundesamt auf die dortige größere Bedeutung der privaten Altersvorsorge zurück. Vergleichsweise niedrig fiel die Bruttosparquote hingegen mit 10,7 Prozent in den Vereinigten Staaten aus.
Entwicklung der Sparquote in Deutschland
Im ersten Halbjahr 2026 blieb die Bruttosparquote in Deutschland unverändert bei 18,9 Prozent und lag damit leicht unter dem Wert des Jahres 2024 (19,6 Prozent).
Einen historischen Höchststand hatte die Quote im Jahr 2020 mit 22,9 Prozent erreicht. Während der COVID-19-Pandemie und der damit verbundenen Einschränkungen konsumierten die privaten Haushalte weniger als üblich, was zu einem deutlichen Anstieg der Ersparnisse führte.
Methodische Grundlagen
In den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen wird die Bruttosparquote als Anteil des Sparens aller privaten Haushalte am gesamten verfügbaren Einkommen ermittelt, einschließlich neu erworbener betrieblicher Versorgungsansprüche.
Destatis weist darauf hin, dass bei der Bruttosparquote Abschreibungen — insbesondere auf selbst genutzte und vermietete Wohnungen — noch nicht abgezogen sind. Anders als die Nettosparquote, bei der Abschreibungen das verfügbare Einkommen und das Sparen mindern, wird für internationale Vergleiche üblicherweise die Bruttosparquote herangezogen. Bewertungsbedingte Wertänderungen wie Kursgewinne oder -verluste bei Aktien sowie Preisänderungen bei Immobilien fließen weder in das Einkommen noch in das Sparen ein.
Die Angaben für das Jahr 2025 und das erste Halbjahr 2026 sind derzeit noch vorläufig.
Informationsquellen
- Destatis: Zahl der Woche Nr. 44 — Bruttosparquote in Deutschland mit 18,9 % im internationalen Vergleich überdurchschnittlich hoch Veröffentlichungsdatum der Quelle: 27. Oktober 2026.