Das statistische Amt der Europäischen Union (Eurostat) hat am 23. Oktober 2026 die Jahresdaten zur Einkommensungleichheit in den EU-Mitgliedstaaten für das Jahr 2025 vorgelegt. Dem Bericht zufolge lag der durchschnittliche Gini-Koeffizient in der Europäischen Union im Jahr 2025 bei 29,2 und damit leicht unter dem Wert des Jahres 2024 (29,4).
EU-Staaten mit der höchsten und niedrigsten Einkommensungleichheit
Innerhalb der Europäischen Union wurden im Jahr 2025 die größten Einkommensunterschiede in drei Mitgliedstaaten verzeichnet:
- Bulgarien — Gini-Koeffizient von 37,7;
- Lettland — 35,6;
- Litauen — 35,5.
Am gleichmäßigsten waren die Einkommen im Jahr 2025 in fünf EU-Staaten verteilt, in denen der Gini-Koeffizient unter 25 Punkten lag:
| EU-Mitgliedstaat | Gini-Koeffizient im Jahr 2025 |
|---|---|
| Slowakei | 23,0 |
| Belgien | 23,4 |
| Tschechien | 24,0 |
| Slowenien | 24,6 |
| Polen | 24,9 |
Methodik der Eurostat-Berechnung
Der Gini-Koeffizient misst, in welchem Ausmaß die Einkommensverteilung innerhalb eines Landes von einer vollkommen gleichen Verteilung abweicht. Die Skala reicht von 0 bis 100, wobei 0 für vollständige Gleichverteilung steht (jede Person bezieht dasselbe Einkommen) und 100 maximale Ungleichheit ausdrückt (eine einzige Person erhält das gesamte Einkommen).
Grundlage der europäischen Statistik ist das äquivalenzgewichtete verfügbare Einkommen (equivalised disposable income). Dabei wird das gesamte Haushaltseinkommen nach Steuern und Sozialtransfers herangezogen und an die jeweilige Haushaltsgröße sowie Haushaltszusammensetzung angepasst. Spezifische Erhebungen zur Vermögensverteilung in Deutschland haben wir bereits im Beitrag zum Bundesbank-Bericht über das Haushaltsvermögen in Deutschland dargestellt.
Informationsquellen
- Offizielle Statistikmitteilung von Eurostat (Income inequality across EU slightly down in 2025) vom 23. Oktober 2026.