Im Jahr 2025 waren in der Europäischen Union 92,7 Millionen Menschen — das entspricht 20,9 Prozent der Gesamtbevölkerung — von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Dies geht aus Daten des statistischen Amtes der Europäischen Union (Eurostat) hervor; die regionale Auswertung zeigt deutliche Unterschiede innerhalb der EU und nennt unter den Regionen mit hohen Werten auch Bremen.
- 20,9 Prozent der EU-Bevölkerung (92,7 Millionen Menschen) fielen 2025 unter den Indikator AROPE.
- In 24 von 243 EU-Regionen mit verfügbaren Daten lag der Anteil bei mindestens 31,5 Prozent, darunter in Bremen im Nordwesten Deutschlands.
- AROPE ist ein kombinierter Indikator: Er berücksichtigt neben Einkommensarmut nach Sozialtransfers auch erhebliche materielle und soziale Entbehrung sowie sehr geringe Erwerbsbeteiligung im Haushalt.
Was der Indikator AROPE misst
Laut Eurostat-Glossar wird eine Person im Indikator AROPE (at risk of poverty or social exclusion) erfasst, wenn mindestens eines von drei Kriterien zutrifft:
- Armutsgefährdung beim verfügbaren Einkommen nach Sozialtransfers;
- erhebliche materielle und soziale Entbehrung;
- Leben in einem Haushalt mit sehr geringer Erwerbsintensität.
Der Indikator ist daher nicht allein mit dem Anteil von Menschen mit niedrigem Geldeinkommen gleichzusetzen.
Regionen mit den höchsten Anteilen
Eurostat vergleicht Regionen auf der Ebene 2 der Systematik der Gebietseinheiten für die Statistik (NUTS 2). Regionen mit einem Anteil von mindestens 31,5 Prozent lagen überwiegend im Süden und Osten der EU sowie in den Gebieten in äußerster Randlage: fünf in Spanien, jeweils vier in Bulgarien, Griechenland und Italien, drei französische Überseegebiete sowie zwei Regionen in Rumänien. Zur Gruppe gehörten außerdem zwei überwiegend städtische Regionen im Westen der EU — die belgische Hauptstadtregion Brüssel sowie Bremen.
In fünf Regionen lag der Anteil mehr als doppelt so hoch wie im EU-Durchschnitt:
| Region | Anteil der gefährdeten Bevölkerung (2025) |
|---|---|
| Französisch-Guayana (Frankreich) | 54,8 % |
| Kalabrien (Italien) | 45,3 % |
| Sizilien (Italien) | 44,0 % |
| Melilla (Spanien) | 43,7 % |
| Réunion (Frankreich) | 42,3 % |
Regionen mit den niedrigsten Anteilen
Am anderen Ende der Verteilung verzeichneten 24 Regionen in der EU Werte von unter 13,0 Prozent. Darunter befanden sich fünf Hauptstadtregionen in osteuropäischen Mitgliedstaaten — Bratislava, Warschau, Prag, Budapest und Zagreb — sowie sechs Regionen in Norditalien, vier weitere Regionen in Tschechien, vier Regionen im Norden Belgiens, jeweils zwei weitere Regionen in Ungarn und Polen sowie eine Region in Österreich.
Hinweise zur Einordnung
Ein konkreter Prozentwert für Bremen sowie ein Gesamtwert für Deutschland werden in der Eurostat-Meldung nicht genannt; die Nennung Bremens lässt keine Rückschlüsse auf das gesamte Bundesgebiet zu. Die NUTS-Klassifikation vergleicht geografische Gebietseinheiten und keine Bevölkerungsgruppen nach Staatsangehörigkeit oder Aufenthaltsstatus. Fehlt eine Region im verfügbaren Datensatz, bedeutet dies keinen Nullwert.
Die Veröffentlichung erfolgte anlässlich des Internationalen Tages für die Beseitigung der Armut am 17. Oktober.