Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat am 23. Oktober 2026 zu bundesweiten Warnstreiks im privaten Bankengewerbe in Deutschland aufgerufen. Die Arbeitskampfmaßnahmen finden im Vorfeld der zweiten Tarifverhandlungsrunde statt, die für den 2. November 2026 in Frankfurt am Main angesetzt ist.
Nach Angaben der Gewerkschaft gab es bereits in den vergangenen Tagen erste Aktionen im Norden Deutschlands, unter anderem bei der Sparkasse in Bremen sowie bei der Commerzbank und der Deutschen Bank. Ab der kommenden Woche sollen gestaffelte Warnstreiks in verschiedenen Regionen und Instituten folgen, die am Verhandlungstag am 2. November in einer zentralen Aktion in Frankfurt am Main münden.
Hintergrund des Tarifkonflikts
Der ver.di-Verhandlungsführer und Bundesvorstandsmitglied Jan Duschek erklärte, die Gewerkschaft habe den Arbeitgebern seit dem Verhandlungsauftakt Anfang Oktober bewusst einen Monat Zeit eingeräumt, um ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen. Bislang liege jedoch kein Angebot der Arbeitgeberseite vor; stattdessen würden die Forderungen der Beschäftigten grundsätzlich infrage gestellt.
Die Gewerkschaft verweist darauf, dass viele private Banken hohe Gewinne erzielten und Dividenden ausschütteten, während die Belastung für das Personal zunehme. Laut Duschek müssen immer weniger Beschäftigte ein wachsendes Arbeitsvolumen bewältigen, während gleichzeitig in mehreren Instituten Stellenabbau angekündigt werde.
Kernforderungen für rund 150.000 Bankbeschäftigte
Die Tarifrunde betrifft rund 150.000 Beschäftigte der privaten Banken in Deutschland. Der Forderungskatalog von ver.di umfasst folgende Punkte:
- 6 Prozent mehr Gehalt;
- 300 Euro mehr pro Monat für Nachwuchskräfte;
- eine Laufzeit des Tarifvertrags von 12 Monaten;
- verbindliche Regelungen zum Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) sowie einen Ausbau der Beschäftigungssicherung;
- Vorteilsregelungen für Gewerkschaftsmitglieder und eine verbesserte Unterstützung für Nachwuchskräfte bei der Prüfungsvorbereitung.
Einen Schwerpunkt der Tarifverhandlungen bildet der Umgang mit dem technologischen Wandel. Wie Jan Duschek betonte, richten sich die Beschäftigten nicht gegen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz, fordern jedoch verbindliche tarifliche Leitplanken, die das Personal vor Arbeitsplatzverlust schützen und Qualifizierungs- sowie Veränderungsprozesse regeln.
Informationsquellen
- Offizielle Pressemitteilung der Gewerkschaft ver.di (ver.di ruft bundesweit zu Warnstreiks bei den privaten Banken auf) vom 23. Oktober 2026.